Im Sommer letzten Jahres stellte ich fest, dass ich ein paar Euro mehr hatte, als ich brauchte und mein Macbook eine kleine Aufrüstung gebrauchen könnte.
Meine Wahl fiel auf den Kauf einer SSD Festplatte, namentlich die Corsair CMFSSD-64D1.
Der Hersteller gab an:
- Maximum sequential read speed up to 240MB/s
- Maximum sequential write speed up to 170MB/s
- Indilinx Barefoot controller and Samsung MLC NAND flash for maximum performance
- 64MB DRAM cache for stutter-free performance
- No moving parts for increased durability over standard hard disk drives
- Decreased power usage for cool and quiet operation and increased laptop battery life
- 100+ Year Life Expectancy (MTBF)
- Three year warranty
In der Praxis konnte ich jedoch nie die besagten 240 MB/s lesend und 170 MB/s schreibend erreichen, den das Macbook hat nur einen SATA-1,5 GBit/s Controller, der maximal 150 MB/s erreicht.
Doch abseits dessen, dass 150 MB/s knapp viermal schneller als meine bisherige 2.5” Festplatte sind, machte sich vorallem die enorm kurze Zugriffszeit beim Öffnen von Programmen bemerkbar.
Ich konnte ein Programm anklicken und es war in einer kaum messbaren Zeit geöffnet, so als wäre es bereits im RAM vorgelagert gewesen.
Der Systemstart von OS X 10.5 (Leopard) verkürzte sich von gefühlten zwei Minuten auf gemessene 20 Sekunden.
Selbst GIMP, was immerhin noch einen X11 und etliche andere Sachen lädt, war innerhalb von fünf Sekunden einsatzbereit.
Ich war also vollends zufrieden mit meinem Kauf, auch wenn ich für 100 € mehr bereits eine Intel X25 SSD-Festplatte mit SLC statt MLC Chips hätte bekommen können, doch die waren kaum verfügbar und hätten wohl kaum Geschwindigkeitsvorteile aufgrund des lahmen SATA-Controllers des Macbooks gebracht.
Ein reichliches halbes Jahr verging und ich stellte fest, dass sich meine SSD zunehmend träger anfühlte: OS X und die Programme starteten langsam und der Unterschied zu einer normalen HDD wurde minimaler.
Natürlich hatte ich inzwischen OS X 10.6 alias Snow Leopard installiert, doch wie ich später las, hatte es die TRIM-Unterstützung nicht vollends implementiert.

Also musste ich nach einer anderen Lösung suchen, um die SSD wieder flott zu bekommen, den Garbage Collection oder ähnliche Verfahren, die hardwareseitig die zum Löschen freigegebene Speicherbereiche als ungültig markieren, hat meine SSD nicht.
Nach etlichem Suchen, Foren durchforsten und pipapo hörte ich dann zufällig im NSFW-Podcast von einem Programm namens Disktester.
Leider ist das Programm nicht Open Source sondern kostet derzeit 29 € aber es hat eine tolle Funktion namens Recondition SSD.
Iterations planned: 40
Write size: 256MB
*** You may stop reconditioning at any time the performance is acceptable.
Offset MB Min Max Cur Avg
256 56.9 56.9 56.9 56.9
512 47.3 56.9 47.3 51.7
768 47.2 56.9 47.2 50.1
1024 45.1 56.9 45.1 48.8
1280 45.1 61.7 61.7 50.9
Im Grunde macht es Etwas sehr simples: Es schreibt den freien Speicher mit Dateihappen a 256 MB voll, bis der freie Speicher überschrieben wird und somit die SSD wieder ihre volle Performance erlangt.
So schreibt meine SSD wieder mit satten 120 und liest mit knapp 145 MB pro Sekunde.
Sicher kann man das auch irgendwie mit dd machen, ich habs eine Weile probiert, aber das Ergebnis war recht mager.
Bleibt nur noch zu hoffen, dass Apple endlich TRIM softwareseitig aktiviert, wenn möglich schon bitte mit 10.6.5 und nicht erst mit Lion.